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Der Hund und das Lutherjahr

Was hat ein Hund mit dem Lutherjahr zu tun?

Noch dazu, wenn die Geschichte mit einer Katze beginnt?

Das heißt, eigentlich beginnt die Geschichte gar nicht mit einer Katze. Sie endet mit einer Katze. Genau genommen mit einem Kater. Oder besser gesagt, die Geschichte des Katers endet (möglicherweise). Er ist nämlich gestorben. Und das ist deshalb so ganz besonders traurig für mich, weil es das Karlchen gewesen ist, das gestorben ist. 

Das Karlchen ist die Katze meiner Freundin. 

Das Karlchen war ein ganz besonderer Kater. Er hatte einem ausgeprägt freundlichen Charakter.

Wir alle, die wir Tiere haben wissen ja, dass jedes Tier ein Individuum mit ganz eigenem Charakter ist. Die einen sind echte Kumpels, die anderen spielen gerne die Diva. Und dazwischen kommt noch so einigermaßen alles vor, was wir uns vorstellen können. 

Ein Tier im Haus ist ein Familienmitglied.

Unser Tier im Haus ist nicht nur ein Haustier, es ist ein Familienmitglied. Und selbstverständlich leiden wir mit, wenn es unserem Hund, unserer Katze oder unserem Meerschweinchen (alle nicht genannten Lieblingstiere sind mit gemeint) schlecht geht. Wir gehen mit unseren Fellnasen zum Tierarzt, wir verabreichen ihnen Medizin, die wir trickreich unter das Futter mischen oder unter Anwendung sanfter - oder nicht mehr ganz so sanfter - Gewalt in den zahnbewehrten Rachen befördern. 

Wir stehen nachts mehrfach auf, um nach dem kranken Tier zu sehen. Wir melden uns krank, weil es unserem Tier so schlecht geht, dass wir denken, es ist besser, wenn wir zuhause bleiben. 

Manchmal muss ein Tier von uns gehen.

 Und dann ist es eben doch so, dass ein Tier so alt oder krank ist, dass es einfach nicht weiterleben kann. Das ist eine furchtbare Situation. Die Nerven liegen sowieso schon blank durch die wochenlange Pflege und die durchwachten Nächte. Wirklich glückliche Menschen haben eine Person an ihrer Seite, die das alles versteht, die unterstützt und auch mal bei der Nachtwache ablöst. 

Doch die übergroße Anzahl der Menschen, mit denen wir täglich zu tun haben, meistens ja auf der Arbeit, betrachtet uns mit etwas befremdlichem Blick oder sogar mit offener Ablehung. Da dürfen wir uns dann auch schon mal so Sätze anhören wie: 

„Es ist doch nur ein Tier!“

Nein. Es ist eben nicht „nur ein Tier“. Was soll das überhaupt heißen? Jedes Lebewesen ist Teil von Gottes Schöpfung und ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott nicht gedacht hat: „Jetzt mach ich nur schnell ein paar Tiere“. Nein, ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass Gott sich dabei ebenso Mühe gegeben hat wie bei uns Menschen. Auch wenn uns die Ergebnisse nicht immer begeistern. Ich denke da an Stechmücken, zum Beispiel. Aber das ist ein anderes Thema …

Meine Freundin ist katholisch. Das macht ihr das Leben nicht immer leicht. Wer in der Kindheit Hölle und Sünde und einen zürnenden Gott als ständigen Begleiter hatte, hat damit auch als Erwachsene noch zu tun. Traditionell ist auch der Himmel den Menschen vorbehalten, Tiere kommen da nicht vor. Und auch sie durfte sich anhören: „Das ist doch nur ein Tier!“ 

Als ob das irgendwem hilft, die Traurigkeit zuzulassen.

Denn Trauer muss vielleicht nicht so sehr „bewältigt“ werden, als vielmehr zugelassen. Dann bewältigt sich vieles von selbst. Doch wie soll das gehen, wenn keiner da ist, der versteht, dass Karlchen ein Familienmitglied war, um das hier getrauert wird, sondern „nur ein Tier“?

Meine Freundin hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Chefin. Die weiß natürlich, dass ihre Mitarbeiterin zwei Katzen hat. Und natürlich erzählt meine Freundin ihrer Chefin auch von Karlchen und dass der kleine Kater so krank ist. Und dann natürlich auch, dass er gestorben ist. Da geschieht etwas unerwartetes. 

Ihre Chefin bricht in Tränen aus. 

Da kommt eine alte Erinnerung aus den Tiefen hervor. Vor sehr vielen Jahren hatte sie - die Chefin - nämlich einen Hund. Ein wunderbares Tier. Glattes, seidiges Fell, treue Augen und eine noch treuere Seele. Ihr ständiger Begleiter. Bis auch sein Leben zu Ende war. Und sie sich anhören durfte … Na, ihr wisst schon. 

Sie konnte nie richtig trauern. Das gehört sich doch nicht! Um einen Hund weinen! Das tun ja nur kleine Kinder! 

Als ob Trauer unerwachsen wäre. Als ob unsere Haustiere keine Seele haben, die mit unserer in Verbindung steht. 

Ich denke, alle, die Tiere haben, wissen, dass wir mit unseren Tieren eine Beziehung haben, die mehr ist als Gassi gehen und Futternäpfe füllen. 

 Sowas ähnliches muss sich auch Martin Luther gedacht haben. 

Martin Luther hatte in seinem Haushalt auch Hunde. Er muss seinen Hunden sehr verbunden gewesen sein, denn er hat sogar eine „Tischrede für einen Hund“ geschrieben.

Martin Luther hat nicht nur gegen die Vorstellung der Kirche gewettert, dass alle Menschen für das Wiedergutmachen ihrer Sünden Geld bezahlen sollen.

Geh’ in die Kirche und bete und lass möglichst viel Geld da, dann werden Dir Deine Sünden erlassen. Das war natürlich eine prima Einnahmequelle für die Kirche. 

Der damalige Mönch Martin Luther las die Bibel von vorne bis hinten und suchte nach der Stelle, wo das steht.

Da steht nichts von Sünden erlassen durch Geld. Da steht nämlich was anderes:

sola fide, sola gratia

 Allein durch den Glauben, allein durch die Gnade. So ist das nämlich. Geld kommt in der Gleichung nicht vor. Die Sünden werden vergeben, indem Du sie ernsthaft bereust, dann kannst Du als anständiger Christenmensch auch auf Gottes Gnade rechnen. Das hat Martin Luther durch intensives Bibelstudium herausgefunden.

Das nur zur Erinnerung. Wie wir wissen, war der Papst damit garnicht einverstanden und seitdem gibt es die katholische und die evangelische Kirche. 

Luther ging aber noch weiter. Nach seiner Überzeugung kommen nämlich nicht nur die Menschen in den Himmel, sondern auch die Tiere. Auch damit stand er in krassem Gegensatz zur herrschenden Kirchenmeinung. Und wenn ich so höre, wie oft von „nur ein Tier“ die Rede ist, dann ist das selbst heute noch eine ziemlich revolutionäre Ansicht, finde ich.

Am Anfang habe ich geschrieben, dass die Geschichte der Katze möglicherweise endet. Denn ich teile durchaus die Überzeugung von Martin Luther, der schon vor rund 500 Jahren sagte:

 „Ich glaube, dass auch die Hündelein in den Himmel kommen

und jede Kreatur eine unsterbliche Seele hat.“

Wenn Du Dein Tier verloren hast, kann Dich diese Aussicht ja vielleicht ein klein wenig trösten. 

Sabine

von Leos Hundehalstuch

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